Loslassen und ankommen

5. April 2018

Der Abschied ist mir wirklich sehr, sehr schwer gefallen. In den vorangegangenen Wochen hatte ich schon genug Losgelassen und tschüss gesagt. Und nun noch dieser Abschied von meinem Liebsten, von meiner Familie, meinem Heim. Und doch bin ich gut angekommen, hier in Cornwall. Die Reise lief gut. Schon auf dem Weg hierher Mitschülerinnen kennen gelernt.

Ich wohne bei einem Ehepaar in meinem Alter, habe ein tolles, grosses Zimmer mit eigenem Bad. Ein Student aus Kasachstan und zwei prächtige, rote Kater wohnen auch noch hier. Ich wohne in einem kleinen, überschaubaren Städtchen am Meer.

Die anstrengendsten Tage habe ich nun wohl hinter mir. Hoffe ich zumindest. Diese Reizüberflutung mit englischen Worten und Texten, die ich nicht verstand. Dieser Widerstand im Hirn, weil einfach kein Deutsch mehr kommt. Diese Sprechhemmung, weil die Menschen Dich ratlos ansehen.

In der Devon School hat sich das rasch gelegt. Zwei Schulhäuser, ca. 300 Studenten. Die meisten in meinem Alter, mit Ausnahme von wenigen jugendlichen Schulklassen, die hier geschlossen angereist sind.

Sie haben mich auf einem Englisch-Level eingeteilt, in dem es nur wenige Studenten hat. So habe ich morgens zusammen mit einer Thailänderin und einem Araber Unterricht bei Anja und nachmittags bin ich ganz alleine mit Teacher Richard. Da geht die Post ab. Kein Verstecken hinter anderen Schülern. Die Unterrichtseinheiten sind immer 2 Stunden ohne Unterbruch, erst dann gibt es eine Pause. Mittags richtig gute Verpflegung in der Schulkantine.

Der Unterricht ist so intensiv und hochkonzentriert, dass ich hier in den ersten Tagen mehr gelernt habe, als in den ewigen Abendkursen an diversen Schulen meiner Heimat. Und langsam aber sicher kippt mein Hirn den Schalter um, so dass ich Englisch antworte, auch wenn mich jemand Deutsch anspricht.

Kommt also wirklich richtig gut, diese Sache mit meinem Sprachaufenthalt. Ich bin zufrieden und grüsse Euch herzlich.

Angela